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Dieselbe Lektion, mit bewegten Abbildungen.

Das Küchen­labor ausstatten

Die Stufen:

  • 1. Erste Ernte
  • 2. Hochzüchten
  • 3. Stämme bewahren
  • 4. Zellen zählen

1. Erste Ernte

Zum Anfangen brauchst du fast nichts. Eine Sprühflasche mit Star San, ein paar Einmachgläser mit Deckel, etwas Trockenmalzextrakt (DME) und ein gewöhnlicher Kochtopf und ein Erlenmeyerkolben reichen aus, um Hefe aus einem Sud zu ernten und aufzubewahren.

Star San und DME gibt es im Braushop. Die Gläser kaufst du in jedem Supermarkt — Bügelgläser oder alte Marmeladengläser taugen genauso gut wie teure Varianten.

2. Hochzüchten

Der nächste Schritt ist, aus wenig Hefe viel Hefe zu machen. Neben dem Erlenmeyerkolben, den du schon hast, brauchst du dafür eine Waage mit 0,1 g Auflösung und einen Magnetrührer mit Rührfisch.

Kauf zuerst den Fünf-Liter-Kolben — und am besten nur diesen. Ein normaler Starter hat zwei Liter, so viel wie eine Packung von Wyeast oder White Labs für 19 Liter Bier braucht, und ein Kolben sollte nie mehr als etwa drei Fünftel voll sein (3 L in einem 5-L-Kolben), weil die Kräusen den Raum darüber brauchen. Zwei Liter passen also nicht in einen 1000-ml-Kolben und kochen in einem Zwei-Liter-Kolben über. Für die meisten ist der Fünf-Liter-Kolben der erste und zugleich der letzte, den sie kaufen.

Weitere Größen werden erst an dem Tag interessant, an dem du von einem Schrägagar propagierst. Das Inokulum ist dann so klein, dass du in Etappen hochsteigen musst — ein Zehntelliter, dann ein halber Liter, dann der ganze Starter — und dort gehören 250 und 1000 ml hin. Die können warten.

An der Waage solltest du nicht sparen — sie bestimmt, wie genau die Stammwürze deines Starters wird. Such nach Feinwaage oder Taschenwaage 0,1 g. Rührer gibt es günstig gebraucht, und bis du einen hast, genügt es, den Kolben mehrmals täglich von Hand zu schwenken.

3. Stämme bewahren

Hier gehst du vom Wiederverwenden der Hefe dazu über, Stämme aufzubewahren, die länger leben als der Sud, aus dem sie stammen. Du brauchst Agar-Agar, Petrischalen aus Glas, Reagenzgläser mit Deckel, einen Schnellkochtopf, eine Impföse und einen Spiritusbrenner.

Willst du einen Stamm jahrelang statt monatelang behalten, brauchst du außerdem Glycerin und Kryoröhrchen — die Gefrierbank ist derselbe Schritt, eine Stufe höher.

Zwei Einkaufstipps, die am meisten sparen: Agar-Agar ist im Asialaden dieselbe Ware wie im Laborkatalog, zu einem Bruchteil des Preises. Und der Schnellkochtopf muss keine Laborausrüstung sein — ein gewöhnliches Küchenmodell erreicht 121 °C, und genau darum geht es.

Wähl bei Schalen und Reagenzgläsern Glas statt Kunststoff: Glas übersteht den Schnellkochtopf und lässt sich immer wieder verwenden.

4. Zellen zählen

Dieser Schritt kann am längsten warten, und viele überspringen ihn ganz. Wenn du genau wissen willst, wie viel Hefe du anstellst, brauchst du ein Mikroskop (100–400×), eine Zählkammer vom Typ Neubauer-improved, Methylenblau und ein paar Einweg-Kunststoffpipetten.

Das Mikroskop darf ruhig ein gebrauchtes Schulmikroskop sein — das Präzisionsinstrument ist die Zählkammer, nicht die Optik. Such nach Hämozytometer, wenn Zählkammer nichts ergibt; es ist dasselbe.

Die Kunststoffpipetten kosten ein paar Cent das Stück und sind das, womit du tatsächlich tropfst — beim Verdünnen wie beim Befüllen der Kammer. Such nach Einwegpipette oder Pasteurpipette; es gibt sie im Farben- und Bastelhandel, in Aquaristikgeschäften und in Apotheken. Die Kammer füllt sich dann durch Kapillarkraft und misst das Volumen selbst: ihre Tiefe und die Fläche des Gitters bestimmen, in wie viel Flüssigkeit du zählst, nicht wie genau du die Probe hineingetropft hast.

Eine Präzisionspipette wird deshalb weniger gebraucht, als du denkst, obwohl sie auf fast jeder Liste wie dieser steht und der teuerste Gegenstand auf dieser Seite ist. Stimmen muss die Verdünnung, und die wiegst du lieber ab, als sie zu pipettieren: 1 g Hefeprobe plus 9 g Wasser ergibt eine zehnfache Verdünnung, und die Waage aus Schritt 2 ist genauer als eine billige Pipette. Kauf die Pipette an dem Tag, an dem dir das Wiegen zu umständlich wird, nicht vorher.

Methylenblau gibt es in Aquaristikgeschäften und Apotheken.

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