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Dieselbe Lektion, mit bewegten Abbildungen.

Zellzählung mit dem Mikroskop (Neubauer-improved)

Zähl genau, wie viele Zellen du hast (Zellen/mL) und wie viele leben (Viabilität %) — so weißt du präzise, wie viel Hefe du anstellen musst. Verwendet eine Neubauer-improved Zählkammer und Methylenblau. Funktioniert für eine Aufschlämmung und einen fertigen Starter.

Material

  • Neubauer-improved Zählkammer (Hämocytometer) + zugehöriges Deckglas
  • Mikroskop (100–400×)
  • Präzisionspipette (Mikropipette)
  • Reagenzglasständer mit mindestens 3 Röhrchen (für die Verdünnungsschritte)
  • Destilliertes oder abgekochtes, abgekühltes Wasser (Verdünnungsmittel)
  • Methylenblau-Lösung (0,01–0,1 %)
  • Handzähler
  • Fusselfreie Tücher + Desinfektionsmittel
  • Hefeprobe (homogenisierte Aufschlämmung oder Starter)

Bevor du beginnst

  1. Reinig Zählkammer und Deckglas mit einem fusselfreien Tuch — keine Fingerabdrücke oder Staub auf dem Gitter.
  2. Homogenisier die Hefeprobe gut (schwenken/schütteln), damit die Zellen gleichmäßig verteilt sind — sonst stimmt die Zählung nicht.
Asepsis ist hier nicht kritisch (du kultivierst die Probe nicht), aber saubere Geräte und Röhrchen ergeben eine sauberere Zählung.

Schritt 1 — Probe verdünnen

  1. Verdünn in sauberen Röhrchen aus dem Ständer. Dicke Aufschlämmung: 1:100 (1 Teil Probe + 99 Teile Wasser). Dünner Starter: vielleicht 1:10.
  2. Ziel darauf, dass das zentrale große Quadrat ~100–200 Zellen enthält (~4–8 pro mittlerem Quadrat) — zu dicht ist unlesbar, zu spärlich statistisch unsicher.
  3. Notier deinen Verdünnungsfaktor (z. B. 1:100 → Faktor 100). Du brauchst ihn für die Berechnung.
Pipettier genau — die Verdünnung ist die größte Fehlerquelle der ganzen Methode.

Schritt 2 — Färben (Viabilität)

  1. Gib einen Tropfen Methylenblau zur verdünnten Probe und misch vorsichtig. Warte 1–2 min.
  2. Lebende Zellen stoßen den Farbstoff aus und bleiben klar; tote nehmen ihn auf und werden blau.
  3. Viabilität vs Vitalität — mehr lesen →
Warte nicht zu lange — nach einer Weile nehmen auch lebende Zellen den Farbstoff auf und die Viabilität wird unterschätzt.

Schritt 3 — Kammer befüllen

  1. Leg das Deckglas über das Gitter. Berühr mit der Pipettenspitze den Rand des Deckglases und lass die Kapillarkraft ~10 µL einsaugen. Nicht überfüllen — Flüssigkeit in den Kanälen, nicht überschwemmt.
  2. Lass es ~3 min stehen, damit sich die Zellen in die Fokusebene setzen.

Schritt 4 — Zählen

  1. Fokussier auf das zentrale große Quadrat (1 mm², 25 mittlere Quadrate) bei 100–400×.
  2. Randregel: zähl Zellen, die die obere und linke Linie des Quadrats berühren (grün ✓), aber NICHT die, die die untere und rechte berühren (rot ✗) — so zähl nicht doppelt. ✓✓✗✗ ✓✗
  3. Knospen: eine Knospe zählt als eigene Zelle, wenn sie mindestens drei Viertel so groß wie die Mutterzelle ist, sonst als eine Zelle.
  4. Klick lebende (klare) und tote (blaue) getrennt. Ziel auf ≥100 Zellen insgesamt für gute Statistik.

Schritt 5 — Berechnen

  1. Zellen/mL = Zellen im zentralen großen Quadrat × 10 000 × Verdünnungsfaktor. (Bsp.: 120 Zellen bei 1:100 → 120 × 10 000 × 100 = 1,2 × 10⁸ = 120 Millionen Zellen/mL.)
  2. Viabilität % = lebende / (lebende + tote) × 100.
  3. Gesamtzellzahl = Zellen/mL × Probenvolumen (mL).
  4. Nur einen Teil der 25 mittleren Quadrate gezählt? Skalieren: Zellen/mL = (Zellen / gezählte mittlere Quadrate) × 25 × 10 000 × Verdünnung.
  5. Den Anstellrechner rechnen lassen → unter Gemessen (Zählkammer) — trag lebende, tote, gezählte Quadrate und Verdünnung ein, dann füllen sich Zellen/mL und Viabilität von selbst. Er erledigt auch Schritt 6 — er vergleicht mit deinem Ziel und sagt dir, wie viele mL du anstellen sollst.

Schritt 6 — Mit deiner Anstellmenge vergleichen

  1. Schlag deine Ziel-Zellzahl im Anstellrechner nach (Sudvolumen × OG × Pitch Rate) und vergleich mit deiner Gesamtzahl.
  2. Berücksichtige die Viabilität — stell nach lebenden Zellen an (Gesamtzellen × Viabilität %).
Methylenblau überschätzt die Viabilität, am stärksten, wenn sie niedrig ist – unter etwa 90 % (klassische Heim-Methode). Methylenviolett ist genauer, aber schwerer zu bekommen.
Das Küchenlabor